So baust du eine gute Join-Page

Ziel einer Community-Organisation ist es, potenziellen Mitgliedern das Gefühl zu vermitteln, dass sie sich beteiligen können – sei es inhaltlich oder monetär. Als Mitglied eines community-zentrierten Medienprojekts geht es nicht nur darum, Inhalte passiv zu konsumieren, sondern sich aktiv einzubringen: mit Know-how, Netzwerk, Feedback oder auch finanzieller Unterstützung. Dieses Gefühl sollte direkt beim ersten Kontaktpunkt mit deinem Medium spürbar sein – und das ist häufig deine Website.

Deshalb ist es entscheidend, interessierte Personen aktiv einzuladen, mitzumachen und Teil deiner Community zu werden. Wie diese Beteiligung oder dein Call-to-Action konkret aussieht, hängt von deinem Medium ab. Es kann zum Beispiel ein finanzieller Beitrag, inhaltliches Feedback oder die Registrierung für einen Mitgliederbereich sein.

Egal, welche Beteiligungsmethode du wählst: Deine Website sollte so gestaltet sein, dass Interessenten auf eine Join-Page weitergeleitet werden. Also auf eine Seite, die klar darauf ausgerichtet ist, dass sich Nutzer*innen registrieren und deiner Community beitreten.

Eine gute Join-Page sollte folgende Inhalte enthalten:

  • Eine kurze Erklärung des Nutzens: Was passiert in dieser Community und für welche Werte steht sie? Warum sollte ich beitreten? Welchen Mehrwert habe ich als Mitglied?

  • Einen klaren Call-to-Action: Zum Beispiel „Jetzt anmelden“, „Jetzt beitreten“ oder „Werde Mitglied“.

  • Ein Anmeldeformular (ggf. inklusive Zahlungsoption)

  • Einen Hinweis zum Datenschutz

Um die für dich passendste Join-Page zu gestalten, lohnt es sich, zuerst einen Blick darauf zu werfen, wie andere es machen. Wichtig ist nicht nur die Gestaltung der Seite an sich, sondern auch der Weg dahin. Wo wird die Seite verlinkt? Gibt es Banner oder Pop-Ups, die auf eine mögliche Mitgliedschaft aufmerksam machen? Schau dir unterschiedliche Beispiele an, überlege, was du gut oder weniger gelungen findest – und entwickle daraus deine eigene Version.


Beispiele für Join-Pages

1) The Bristol Cable

The Bristol Cable platziert den Hinweis zur Mitgliedschaft recht dezent auf der Startseite: oben rechts mit dem Call-to-Action „Join us“ und zusätzlich über einen Banner weiter unten. Im Banner wird bereits deutlich, welche Idee hinter The Bristol Cable steckt und warum einzelne Unterstützer*innen so wichtig sind.

Ein Klick auf die Buttons führt direkt zur eigentlichen Join-Page, auf der die Mitgliedschaft abgeschlossen werden kann. Dort werden die verschiedenen Mitgliedschaftsoptionen vorgestellt, die jeweiligen Vorteile erklärt und die Preise transparent angezeigt. Außerdem gibt es ein Video, in dem sich The Bristol Cable vorstellt, sowie ein FAQ zu häufigen Fragen rund um Zahlungen und Mittelverwendung.

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2) CORRECTIV

CORRECTIV bietet keine Mitgliedschaften oder Abos an, sondern finanziert sich über Spenden. Der Spendenaufruf erscheint direkt am Anfang der Startseite als Banner und zusätzlich in der Menüleiste. Teilweise gibt es auch Pop-Ups, die auf unterschiedlichen Seiten erscheinen. Ein Klick auf den Button „Jetzt spenden" führt zur Join-Page, auf der eine Zahlungsoption bereitsteht und gleichzeitig erklärt wird, welche Wirkung eine Spende haben kann. Die Höhe der Spende ist hier frei auswählbar und nicht an Mitgliedschaftspakete geknüpft.

Weiter unten gibt es ein ausführliches FAQ zu Zahlungsabläufen, zu CORRECTIV selbst und zur Finanzierung des Mediums. Außerdem besteht die Möglichkeit, als Unternehmen zu spenden oder eine Spende zu verschenken – ein Angebot, das auch bei anderen Medien häufig zu finden ist.

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3) karla Magazin

karla platziert den Aufruf zur Mitgliedschaft sowohl in einem Banner auf der Startseite als auch im Reiter „Unterstützen“ in der Menüleiste. Die eigentliche Join-Page wurde über Steady umgesetzt und zeigt verschiedene Mitgliedschaftsmöglichkeiten, die jeweiligen Kosten sowie die Vorteile auf. Bei karla kann der Spendenbetrag nicht frei gewählt werden, stattdessen sind verschiedene Pakete vorgegeben. Darunter werden die Mission von karla und die Gründe für eine Mitgliedschaft noch einmal genauer erklärt. Bilder des karla-Teams sorgen zusätzlich für eine persönliche Atmosphäre.

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4) Fumaça

Fumaça platziert den Hinweis zur Mitgliedschaft – zusätzlich zur Menüleiste und Footer – eher weit unten auf der Startseite. Besonders ist, dass Fumaça großen Wert auf Transparenz legt und viele Finanzierungsdaten öffentlich zugänglich macht. Gleichzeitig wird das Ziel, 100 % durch Mitgliedschaften finanziert zu sein, stark hervorgehoben. Dafür nutzt das Medium einen selbst programmierten Fortschrittsbalken, der regelmäßig aktualisiert wird.

Ein Klick auf den „Join now“-Button führt zur Join-Page, auf der verschiedene Zahlungsmöglichkeiten sowie weitere Informationen zu den Vorteilen einer Mitgliedschaft zu finden sind. Dabei stehen vor allem die Unabhängigkeit des Mediums, die Möglichkeit, Veröffentlichungen früher einzusehen, und der Austausch mit der Community und dem Team im Vordergrund.

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Die Beispiele zeigen: Es gibt nicht die eine „richtige“ Join-Page, sondern verschiedene Möglichkeiten – und einige strategische Entscheidungen, die du bewusst treffen solltest.

  • Wann ist der richtige Zeitpunkt, Interessierte abzufangen und auf die Join-Page zu leiten?

  • Wie präsent soll der Aufruf zur Unterstützung oder zum Beitritt sein? Möchtest du Pop-Ups und Banner nutzen oder eher subtil durch Buttons darauf hinweisen?

  • Welches Narrativ willst du in den Mittelpunkt stellen? Wie lässt sich der Mehrwert einer Mitgliedschaft am besten kommunizieren?

  • Möchtest du feste Mitgliedschaftstypen anbieten oder eher eine flexible Zahlungsempfehlung?

  • Wie kannst du deine Organisation und deine Mission am besten präsentieren – durch einen Text oder lieber mit einem kurzen Video?

  • Welche Fragen könnten bei Interessierten aufkommen, und ist ein FAQ sinnvoll?

Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach dem passenden Zahlungsanbieter: karla nutzt beispielsweise Steady, The Bristol Cable und Fumaça setzen auf beabee, CORRECTIV arbeitet mit WordPress und einer Stripe-Integration. Weitere mögliche Tools sind Donorbox, Fundraisingbox, Ghost oder Memberful. Die meisten Tools lassen sich jedoch problemlos in deine Join-Page einbinden.

Am Ende geht es darum, eine Lösung zu finden, die zu deinem Medium, deinem Entwicklungsstand und deiner Community passt – und diese so aufzubereiten, dass es Interessierten möglichst einfach fällt, Teil deiner Community zu werden.

lightbulb

Bevor du deine Join-Page veröffentlichst, solltest du den User-Flow unbedingt testen – idealerweise mit Personen aus deiner Zielgruppe. Beobachte genau, wie sie sich durch die Seite bewegen: Wo entstehen Unsicherheiten? Welche Inhalte werden intuitiv verstanden – und welche nicht? An welchen Stellen werden Angebote übersehen oder als aufdringlich wahrgenommen?

Wichtig ist, nicht nur nach Feedback zu fragen, sondern auch das tatsächliche Verhalten zu beobachten. Oft zeigen sich Hürden weniger in dem, was Menschen sagen, sondern in dem, was sie tun (oder nicht tun). So stellst du sicher, dass deine Join-Page klar, überzeugend und nutzerfreundlich aufgebaut ist bevor sie live geht.


Wenn du noch keine Mitgliedschaften anbieten möchtest und zunächst mit einer einfachen Newsletteranmeldung starten willst oder eine Newsletteranmeldung parallel zu deiner Mitgliedschaft anbietest, findest du im nächsten Artikel verschiedene Beispiele für gelungene Newsletteranmeldungen.


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