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# Wie du Reichweite für dein Medienprojekt im Lokalen aufbaust

Die Frage, wie du Reichweite im Lokalen aufbauen kannst, wird dich wahrscheinlich während der gesamten Entwicklung deines Medienprojekts begleiten. Am Anfang geht es darum, überhaupt sichtbar zu werden. Später stellt sich die Frage, wie du neue Menschen erreichst und bestehende Zielgruppen langfristig an dein Medium bindest. Reichweite entsteht dabei selten zufällig. Statt ausschließlich auf Social Media oder klassische Werbung zu setzen, lohnt es sich, strategisch über Netzwerke, Kooperationen und persönliche Empfehlungen nachzudenken.&#x20;

Es gibt unterschiedliche Vorgehensweisen, wie du das klug anstellen kannst. Eine ist in jedem Fall, dass du dir passende Kooperationspartner suchst. Kooperationen funktionieren langfristig nur dann gut, wenn beide Seiten profitieren. Vielleicht kannst du eine Veranstaltung gemeinsam organisieren, über die Arbeit einer Initiative berichten oder Unternehmen die Möglichkeit bieten, sich in deinem Medium sichtbar zu machen. Gleichzeitig solltest du darauf achten, Beziehungen zu wichtigen Stakeholdern – übersetzt Interessengruppen – aufzubauen, die für dich in naher Zukunft wichtig werden könnten. Damit sind alle Personen, Gruppen oder Institutionen gemeint, die von deinen Aktivitäten direkt oder indirekt betroffen sind oder ein Interesse an deinen Aktivitäten haben. Das könnten neben politischen Akteuren beispielsweise auch Stiftungen sein, die dir eine Anschubfinanzierung geben. Dieser Artikel zeigt die verschiedenen Gruppen, die zum Reichweitenaufbau deines Lokalmediums relevant sein können.

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&#x20;Es kann helfen, sich eine Übersicht aller relevanten Personen und Einrichtungen in Form einer Stakeholder-Liste anzulegen. Wie du dabei am besten vorgehst, erfährst du [hier](#fazit).
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### Sponsoring

Viele Medienprojekte hoffen, durch Sponsoring oder Werbung zusätzliche Einnahmen zu generieren. Häufig wird jedoch unterschätzt, wie viel Arbeit dahintersteckt. Geeignete Partner müssen identifiziert, Gespräche geführt, Angebote entwickelt und Verträge geschlossen werden. Wenn Werbung oder Sponsoring ein wichtiger Teil deines Geschäftsmodells werden sollen, lohnt es sich deshalb, frühzeitig Verantwortung dafür festzulegen. Gerade im Hyperlokalen gibt es oft ungenutzte Potenziale. Der Metzger um die Ecke, die lokale Buchhandlung oder das kleine Café wurden möglicherweise noch nie gefragt, ob sie Werbung in einem lokalen Newsletter schalten möchten. Wenn du zum Beispiel einen hyperlokalen Newsletter hättest, wäre das eine Win-win-Situation: Du bekommst Einnahmen durch eine Werbeanzeige, und der Metzger bekommt die Möglichkeit, sich neuen Menschen in seinem Viertel vorzustellen und auf aktuelle Angebote hinzuweisen. Idealerweise profitieren also beide Seiten von einer solchen Form der Kooperation.

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### Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aktivieren

Neben formellen Kooperationen spielen persönliche Empfehlungen eine wichtige Rolle. Menschen vertrauen häufig den Empfehlungen von Personen, die sie kennen. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig sogenannte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu identifizieren. Das können beispielsweise sein:&#x20;

* Vereinsvorsitzende
* Bürgermeister
* Kulturschaffende
* Besitzer von Stadtteilgeschäften

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sind meist gut in der Stadtgesellschaft oder in lokalen Netzwerken verankert und erzählen in ihrem beruflichen oder persönlichen Umfeld von deinem Medium. Sie erhalten dafür keine Gegenleistung und empfehlen das Projekt aus eigener Überzeugung weiter. Dabei geht es vor allem darum, Aufmerksamkeit zu schaffen und andere darauf hinzuweisen, dass es dein Medium gibt– ohne tief in Kampagnenbotschaften einzusteigen oder gezielt Marketing zu betreiben. Ihr Engagement geschieht eher nebenbei und aus persönlicher Motivation. Gerade in der Anfangsphase kann diese Form von Mund-zu-Mund-Propaganda enorm wertvoll sein.&#x20;

Ein möglicher Weg, solche Beziehungen aufzubauen, sind gemeinsame Treffen. Ein Picknick oder ein kleines Dinner können helfen, relevante Menschen miteinander zu vernetzen und dein Projekt vorzustellen. So gibt es vergleichsweise wenig Reibungsverluste, wenn es darum geht, die Botschaft eines brandneuen Newsletters oder einer innovativen Digitalzeitung weiterzuverbreiten.

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### Aus Unterstützenden werden Botschafterinnen und Botschafter

Während Multiplikatorinnen und Multiplikatoren häufig dabei helfen, in kurzer Zeit und mit null Cent Marketing-Budget bekannter zu werden, können Botschafterinnen und Botschafter später eine wichtige Rolle beim Wachstum spielen. Botschafterinnen und Botschafter kennen dein Medium sehr gut und werden bewusst ausgewählt, um es aktiv nach außen zu vertreten. Sie werden mit Informationen und Materialien ausgestattet, können gezielt in Kampagnen eingebunden werden und tragen die Botschaften des Mediums professionell nach außen. Auch sie handeln häufig aus ideeller Überzeugung, erhalten je nach Ausgestaltung aber möglicherweise eine Gegenleistung oder andere Formen der Anerkennung. Im Unterschied zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren betreiben sie aktives Marketing und engagieren sich bewusst und kontinuierlich für die Weiterentwicklung und Reichweite deines Mediums.

Damit das gelingt, solltest du ihnen die Weiterempfehlung möglichst einfach machen. Hilfreich sind beispielsweise:

* Bilder und Grafiken
* kurze Videos
* Textbausteine für Social Media
* teilbare Inhalte

Ein bekanntes Beispiel ist das dänische Medien-Start-Up [Zetland](https://www.zetland.dk/). Durch eine gezielte Botschafterkampagne gelang es dem Team, die Zahl seiner zahlenden Mitglieder innerhalb eines Monats um rund 30 Prozent zu steigern.

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### Influencer und Meinungsführende nutzen

Auch Influencerinnen und Influencer, sowie andere Meinungsführerinnen und Meinungsführer können dabei helfen, neue Zielgruppen zu erreichen. Dabei musst du nicht nur an große Accounts mit hunderttausenden Followern denken. Oft sind kleinere, thematisch passende Personen deutlich zugänglicher und verfügen über eine besonders engagierte Community. Um potenzielle Unterstützende zu finden, lohnt sich ein Blick auf soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook, LinkedIn oder TikTok. Frage dich:

* Wer beschäftigt sich bereits mit meinen Themen?
* Wer könnte mein Projekt spannend finden?
* Wer erreicht Menschen, die zu meiner Zielgruppe gehören?

Wenn du passende Personen gefunden hast, kannst du sie direkt auf dein Projekt aufmerksam machen und freundlich bitten, auf dein Projekt hinzuweisen. Manchmal reicht bereits eine Erwähnung in einer Story oder ein geteilter Beitrag, um neue Menschen zu erreichen.&#x20;

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**Tipp:** Schau dir an, wem diese Personen selbst folgen. Oft lassen sich auf diesem Weg weitere interessante Kontakte entdecken.
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### Die ersten Schritte

Der Aufbau von Reichweite ist keine einmalige Marketingaktion, sondern langfristige Beziehungsarbeit. Kooperationen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Botschafterinnen und Botschafter sowie Influencerinnen und Influencer dienen letztlich demselben Zweck: Sie helfen dabei, auf dein Projekt aufmerksam zu machen und deine Zielgruppe zu erreichen. Deshalb lohnt es sich, möglichst früh Zeit in Netzwerke und Beziehungen zu investieren.&#x20;

Ein hilfreicher erster Schritt kann sein, eine **Stakeholder-Liste** anzulegen. So entsteht mit der Zeit eine Übersicht über die Menschen und Institutionen, die für dein Medium wichtig sein könnten.&#x20;

Lege dafür einfach eine Liste in Excel, Notion oder einem anderen Tool deiner Wahl an. Überlege dir für deine Liste folgendes:

* Wer sind die wichtigsten lokalen Player? (zum Beispiel aus Wirtschaft, Politik, Stadtgesellschaft etc.)
* Wer könnte dir als Multiplikator\*in oder Botschafter\*in dabei helfen, deine Reichweite zu vergrößern?
* Wer könnte als Sponsor\*in oder Werbepartner\*in dienen?
* Wer könnte auf Social Media für dich werben?
* Mit welchen dieser Personen stehst du schon in Kontakt und mit welchen nicht?&#x20;

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