# Datenschutz in der redaktionellen Arbeit

Wenn du die Community in den Mittelpunkt von redaktionellen Prozessen und der Finanzierung deiner Redaktion stellst, arbeitest du täglich mit personenbezogenen Daten. Entsprechend wirst du feststellen, dass du dich immer wieder mit dem Thema Datenschutz beschäftigen musst. Daran führt nun mal kein Weg vorbei. Ob es um die Newsletteranmeldung geht, automatische E-Mails zur Mitgliedschaft oder auch um Umfragen. Mach dir das Thema am besten direkt zum Freund.

Grundsätzlich empfehlen wir dir: Behandle deine Nutzerinnen und Nutzer nicht als Produkt. Mach es dir entsprechend zum Ziel, immer vertrauensvoll und respektvoll mit den Daten deiner Mitglieder und Nutzer\*innen umzugehen, und schaffe Transparenz über die Verwendung von Daten.

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### Grundsätzliches im Umgang mit Nutzerdaten

Der rechtliche Rahmen für die Verwendung von personenbezogenen Daten ist die Dateschutzgrundverordnung (DSGVO). Hier gibt es viele Details zu beachten, nimm dir also Zeit, dich in das Thema einzulesen. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann hol dir rechtliche Beratung ins Team. Ein paar grundsätzliche Prinzipien, die du dir merken kannst, teilen wir\
an dieser Stelle aber gern schon einmal:

* Du brauchst in jedem Fall eine Datenschutzerklärung auf deiner Website, die mit einem Klick erreichbar ist. Hier beschreibst du genau, was mit den Daten geschieht:

  1. Wer die Daten erhebt
  2. Wozu du die Daten verwendest
  3. Wann sie gelöscht werden
  4. An wen sie übermittelt werden
  5. Welche Rechte Betroffene haben

  [Hier](https://correctiv.org/kontakt/datenschutz/) findest du beispielsweise die Datenschutzerklärung von CORRECTIV.
* Frag nur nach Daten, die du auch tatsächlich für deine Angebote verwendest. Überlege daher gut: Welche Daten brauche ich wofür von meinen Nutzerinnen und Nutzern?
* Du brauchst für die Erhebung und das Speichern personenbezogener Daten eine konkrete Rechtsgrundlage. Im Einzelnen ist es wichtig, dass du über die oben genannten fünf Punkte aufklärst.
* Wenn du einen Newsletter einrichtest, dann verwende das Double-Opt-in-Verfahren, bei dem Nutzer\*innen nach Eingabe ihrer Daten noch einmal per E-Mail bestätigen, dass sie tatsächlich den Newsletter erhalten möchten.
* Gehe beim Erstellen von „Umfragen“ erst mal davon aus, dass du anonyme Daten erheben musst. Wenn du deine Nutzerinnen und Nutzer zum Mitmachen motivieren willst, wenn du sie zum Beispiel aufforderst, Meinungen, Expertenwissen oder andere Insights mit dir zu teilen, kannst du die Antworten mit den Kontaktdaten zusammenführen. Mache in diesem Fall transparent, dass Antworten und Namen für dich und dein Team sichtbar sind. Sprich dann nicht von Umfragen, denn diese müssen anonymisiert durchgeführt werden.
* Unabhängig von der DSGVO sollte natürlich auch gewährleistet sein, dass du deine Quelle schützt und Informationen nicht ohne Rücksprache nach außen gibst. Journalistische Recherchen fallen unter das Medienprivileg. Hier brauchst du keine explizite Rechtsgrundlage aus der Datenschutzgrundverordnung.
* Kontrolliere genau die Tools und Anbieter, mit denen du personenbezogene Daten von deinen Nutzerinnen und Nutzern teilst. Wie sind deren Datenschutzbestimmungen? Stimmen die mit der DSGVO und deinen Prinzipien überein? Wenn Anbieter zum Beispiel ihre Server in den USA haben und dort Daten verarbeiten, kann das problematisch sein, da es sich um eine Übermittlung an unsichere Drittländer handeln würde.

Datenschutz ist immer auch Persönlichkeitsschutz, denn es geht darum, deine Daten – und damit deine sozialen und privaten Verhältnisse, deine Gesundheitsgeschichte etc. – zu schützen. Verstöße können im Extremfall mit Bußgeld oder mit Klage auf Schmerzensgeld und Unterlassung geahndet werden.

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### Pragmatischer Umgang mit großen Plattformen

Nun fragst du dich wahrscheinlich, wie du dich zum Beispiel gegenüber WhatsApp beziehungsweise Meta verhalten solltest. Datenschutzexpert\*innen raten: gar nicht. Bei diesen Unternehmen gibt es keine Sicherheit, und es wird eher schlechter als besser. Das heißt, wenn du personenbezogene Daten an US-Diensteanbietern übermittelst, hast du keine Kontrolle mehr über ihre Verwendung. Die Alternative: Du solltest auf Anbieter in Europa zugreifen, die datenschutzkonform arbeiten.

Gleichzeitig besteht das Problem, dass sehr viele Menschen Messengerdienste wie WhatsApp nutzen und es extrem mühsam ist, eine Diskussion auf alternativen Plattformen wie Signal oder Threema zu etablieren. CORRECTIV macht es beim Faktencheck beispielsweise so, dass die Redaktion Informationen via WhatsApp erhalten kann, aber über diesen Messenger keine Infor-\
mationen sendet. Dadurch ist der Informationskanal offen, wird aber nicht weiter benutzt, denn CORRECTIV ist sich der Gefahren des Kontrollverlustes durchaus bewusst.

Bei Google und YouTube besteht dasselbe Problem: riesengroße Konzerne, die eine intransparente Datenpolitik haben und eigenmächtig über deine Daten verfügen können.

Mit Alternativen, die gesetzeskonform Datenkontrolle großschreiben, beugt ein mündiger Bürger Missbrauch und Manipulationen vor. Grundsätzlich liegt es in deiner Macht zu bestimmen, wer Daten bekommt und wer nicht. Jeder kann also selbst entscheiden und bestimmt dadurch mit. Vor allem re-\
gionale Anbieter bieten klare Vorteile der Datenkontrolle.

Falls du dich weiter zum Thema kundig machen willst, sei dir die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) empfohlen. Templates oder Vorlagen für datenschutzkonforme Formulierungen findest du im Netz zuhauf. Auf [netzpolitik.org](https://netzpolitik.org/) findest du zudem jede Menge hilfreiche Artikel zum Thema Datenschutz.

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